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Auf ein Wort
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Sprachliebe mit Imre Grimm Auf ein Wort

Na sicher: Kleine Hundebabys und Pandas finden natürlich alle niedlich – aber wer denkt eigentlich an die Sprachen? Eine Appell für mehr Wortvielfalt.

Das Standardwerk: Nicht allen Sprachen geht es so gut wie der im Duden konservierten. Doch auch hierzulande geht so manches schöne Wort verloren – zeit, dem Einhalt zu gebieten!

Quelle: Verlag

Hannover. Alle 14 Tage stirbt eine unschuldige Sprache, weil niemand sie mehr spricht. Weltweit gibt es 19 Sprachen, die nur noch ein einziger Mensch beherrscht (also: jeweils einer, nicht einer alle 19). Zu den Sprachsolisten gehört ein älterer Herr, der seit Jahren im peruanischen Amazonasgebiet in der Sprache Taushiro erfolglos Anschluss sucht.

Weitere Menschen, die eine für den Rest der Welt unverständliche Sprache beherrschen, sind: Martin Heidegger, mein fünfjähriger Sohn im Tiefschlaf sowie der aktuelle US-Präsident. Dessen Idiom verwirrt schon deshalb, weil er mit “Irak“ eigentlich Syrien, mit “Seven Eleven“ eigentlich “9/11“ und mit “America“ eigentlich “Me“ meint.

Dem Tode geweihte Sprachen

Auch blöd: In Mexiko steht eine Sprache kurz vor dem Aussterben, weil die beiden letzten verbliebenen Menschen, die sie beherrschen, seit Jahren nicht mehr miteinander reden Andernorts kommt man kaum geradeaus vor lauter Sprachen: Allein in London werden etwa 300 Sprachen gesprochen. Darunter sind Arabisch, Türkisch, Hindi und die Geräusche, die Prinz Philip von sich gibt, wenn der Pantoffelvorwärmer im Buckingham-Palast die Pantoffeln nicht vorgewärmt hat.

Nicht nur Sprachen sind dem Tode geweiht. Auch Wörter. Es ficht mich an und nimmt mich wunder, dass die Sprachverrohung fröhliche Urständ’ feiert, dass Wörter sich allenthalben anheischig machen, das Hasenpanier zur ergreifen. Manch gleisnerischer, ausgepichter Bramarbas treibt in seinen halbschürigen Schmieralien mit großem Aplomb Schindluder mit der hiesigen Diktion!

Welche Vokabel darf niemals sterben?

Ich dagegen fröne der Leidenschaft, nur famose Wörter zu erkiesen. Manch Lumpazi in seinem Losament maßt sich jetzund an, mit seinem Hohngezisch der Hölle herumzukütern und schisslaweng den Sparifankal zu mimen. Nicht mit mir, ihr bewämsten Bagaluten!

Und jetzt sind Sie dran: Welches schöne, alte Wort sollte viel häufiger Verwendung finden? Welche Vokabel darf niemals sterben? Schicken Sie mir Ihr altes Lieblingswort an imre.grimm@­rnd-news.de. Aus allen Einsendungen entsteht die nächste Kolumne. Schönes Wochenende!

Von Imre Grimm

Hannover 52.3758916 9.7320104
Hannover
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