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Mordvideo: Facebook räumt Versäumnisse ein
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„Wissen, dass wir besser werden müssen“ Mordvideo: Facebook räumt Versäumnisse ein

Nach dem schockierenden Mordvideo kündigt Facebook Konsequenzen an. Das soziale Netzwerk will sein Meldeverfahren überprüfen. Der Vorfall dürfte auch eine Entwicklerkonferenz überschatten, bei der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg am Dienstagabend eine Rede hält.

Nach der kaltblütigen Ermordung eines Rentners in Cleveland fahnden die Sicherheitsbehörden in den USA landesweit nach dem mutmaßlichen Täter, dem 37-jährigen Steve Stephens. Gleichzeitig steht Facebook in der Kritik.

Quelle: ap/Polizei Cleveland

Menlo Park. Facebook überprüft nach der Veröffentlichung eines Mordvideos in den USA die Möglichkeiten zum Melden von Gewalt auf der Plattform. Das Online-Netzwerk habe das Profil des mutmaßlichen Täters 23 Minuten nach dem ersten Nutzer-Hinweis auf das Video mit dem Todesschuss gesperrt, schrieb Facebook-Manager Justin Osofsky in einem Blogeintrag in der Nacht zum Dienstag. Allerdings war es damit gut zwei Stunden online.

Darf sich Facebook nur auf Nutzerhinweise verlassen?

Zudem löste ein rascher Hinweis auf einen Facebook-Livestream, bei der der Verdächtige einen Mord gestand, zunächst keine Sperre aus. „Wir wissen, dass wir besser werden müssen“, schrieb Osofsky.

Der Mord hat die Diskussion darüber neu angeheizt, ob Facebook mehr gegen Gewaltdarstellung unternehmen müsse - und eventuell auch von sich aus nach solchen Inhalten suchen soll, statt sich auf Hinweise von Nutzern zu verlassen.

Osofsky schrieb, künstliche Intelligenz werde zwar eingesetzt, aber nur um die Weiterverbreitung von Gewaltvideos in Gänze zu verhindern. Fragmente dürften weiterhin geteilt werden, zum Beispiel in Berichten über Ereignisse.

Rede von Zuckerberg am Abend

In einem ersten Statement nach dem sogenannten Facebook-Mord hatte das Unternehmen das „schreckliche Verbrechen“ verurteilt und betont: „Wir erlauben diese Art von Inhalt nicht auf Facebook“. Zudem wurde betont, dass man „hart“ daran arbeite, „eine sichere Umgebung auf Facebook zu erhalten.“ Zudem veröffentlichte das Unternehmen Details über den Melde- und Löschvorgang.

Für Facebook könnte die Kontroverse die Entwicklerkonferenz F8 im kalifornischen San Jose überschatten, die Gründer und Chef Mark Zuckerberg am Dienstag (ab 19.00 Uhr MESZ) eröffnen will.

Von dpa/RND/zys

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