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Sachsen hält an Kapazitäten zur Flüchtlingsunterbringung fest
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Trotz Leerstand Sachsen hält an Kapazitäten zur Flüchtlingsunterbringung fest

Trotz aktuell geringer Belegungszahlen warnt die Landesdirektion Sachsen vor einer weiteren Reduzierung der Kapazitäten in den Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge. Nach wie vor schwankten die Zugangszahlen „und sie sind vor allem nicht kalkulierbar“, sagte Direktionspräsident Dietrich Gökelmann.

Trotz aktuell geringer Belegungszahlen warnt die Landesdirektion Sachsen vor einer weiteren Reduzierung der Kapazitäten in den Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge.

Quelle: dpa

Trotz aktuell geringer Belegungszahlen warnt die Landesdirektion Sachsen vor einer weiteren Reduzierung der Kapazitäten in den Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge. Nach wie vor schwankten die Zugangszahlen „und sie sind vor allem nicht kalkulierbar“, sagte Direktionspräsident Dietrich Gökelmann am Freitag in Dresden. Derzeit halte der Freistaat in neun Objekten in Dresden, Leipzig und Chemnitz 5210 Plätze bereit, von denen 975 belegt seien. Hinzu kämen weitere vier Objekte im Standby-Betrieb.

Vor dem Hintergrund der unklaren Entwicklung beim Flüchtlingszuzug von Überkapazitäten zu sprechen, sei seines Erachtens dennoch „zumindest im Moment problematisch“, sagte Gökelmann. „Eine Situation, wie wir sie 2015 erlebt haben, möchte ich nicht noch einmal miterleben.“ Auf dem Hoch der Flüchtlingskrise gab es Ende 2015 im Freistaat 41 Objekte mit insgesamt 16 700 Plätzen.

Bis Ende März seien in diesem Jahr 2200 neue Flüchtlinge nach Sachsen gekommen. Zum Vergleich: Allein im November 2015 waren es 17 000. Mit Stichtag 31. März dieses Jahres lebten 26 200 Asylbewerber im Freistaat, davon mit 25 100 die allermeisten in kommunaler Unterbringung.

Mit der Konzentration auf die drei sächsischen Großstädte habe der Freistaat sein Konzept zur Erstunterbringung umgesetzt, sagte Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) beim Besuch einer Einrichtung in der Bremer Straße in Dresden. „Auch wenn in den vergangenen Monaten weniger Menschen nach Sachsen gekommen und die Kapazitäten teilweise verringert worden sind, sind diese Einrichtungen nach wie vor wichtig.“

Köpping verwies darauf, dass die Integration der Geflüchteten bereits mit der Erstorientierung in der Einrichtung beginnen müsse. „Gerade in der ersten Zeit gibt es viele Missverständnisse durch Unkenntnis der hier geltenden Regeln“, sagte sie bei der Vorstellung eines auch von ihrem Ministerium geförderten Animationsfilms, in dem Neuankömmlingen anhand grafischer Darstellungen Gebote und Verbote zum Alltagsleben in den Einrichtungen verdeutlicht werden.

Betreiber ist das Rote Kreuz. Wegen der rückläufigen Flüchtlingszahlen seien dort inzwischen zwei Drittel der zu Hochzeiten rund 1000 mit der Flüchtlingsunterbringung hauptamtlich beauftragten Mitarbeiter abgebaut worden, sagte der Vorstandsvorsitzende des DRK Sachsen, Rüdiger Unger. 200 von ihnen seien in anderen Bereichen der Organisation oder anderen sozialen Berufen untergekommen.

dpa

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